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Wer hier lange Faxen macht

  Wer hier lange Faxen macht,
wird von allen ausgelacht.

Chaos herrscht in uns'ren Herzen,
das Nichts in unsren Köpfen,
fernab aller uns'rer Schmerzen,
klappern wird mit Töpfen.

Wo sind meine Hände nur -
waren grad' noch da.
Doch nun sind sie fort so weit,
verschwunden in der Nacht.

Kein Licht verirrt sich hier zu mir,
doch es ist nicht schwarz,
der Sehnerv funkt an mein Gehirn,
ein Feuerwerk vor meiner Stirn.

Nun bin ich taub, die Ohren schweigen,
doch in mir tobt greller Schall.
Der Puls explodiert, die Zunge kreischt,
Gedärme tanzen mit dem Fleisch.

Ein Schauer fährt mir durch das Mark,
ein Bein springt flink davon,
verbranntes Haar reizt meinen Sinn,
jetzt sind die Locken auch dahin.

Ich warte nicht, hab keine Zeit,
im Winter hat es noch geschneit,
das Eis, es schmolz an mir herab,
zäh und träge, bitterkalt.

Wo ist die Zeit hin,
in der ich sah,
wo sind die Menschen,
die ich war,
welche Namen sie mir gaben,
welche Zeichen sie erfanden,
welche Worte sie verboten,
welche Schlüsse sie dann zogen.

Meine Flüsse, meine Berge,
eure Straßen, deren Heere,
ihre Brüste, seine Eier,
uns're fremdlichen Gemäuer.

Gestern, heute, übermorgen,
früher, jetzt, nachher,
entscheiden was im Falle wär,
wenn, vorbei die irdisch Sorgen.

Doch was wenn Zeit zu teuer ist,
was wenn Zeit nur Leben frisst,
was wenn ihr,ich,sie,wir tot,
verhungert Zeit in ihrer Not?

Die Fänge dessen, was geschah,
die Gegenwart als fixe Folge,
Zukunft gebärt nur mehr das jetzt,
weil sie vom jetzt ins jetzt nur hetzt.

Es ist so weit, die Zeit ist um,
meine Ohren sind nun stumm,
meine Augen sind geschlossen,
mein Blut ist längst ausgeflossen.

Das Nichts herrscht nun in meinem Herz,
keine Farben und kein Schmerz,
kein Weiß, kein Schwarz,
nicht laut, nicht leise,
das Nichts ebenen,
auf seine Weise.

von Birthy, somekindofitem.com
 
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