Der Stamm besteht aus nur einem Männchen und Frauen jeden Alters. Das Männchen, der Universalrüde, wird von allen Weibchen versorgt. Sie sammeln Beeren, Pilze und Früchte, im Winter essen sie Fleisch.
Ist eine Frau paarungsbereit, also in der Zeit, in der sie keine Periode hat, nimmt sie ein Bad im nahen Bache und reibt sich dann ihre Brüste mit ihren Exkrementen ein. Sie erneuert diese Schicht jeden Tag.
Der Universalrüde, bereits an die 60 Jahre alt, hat so mehrmals stündlich seiner Begattungspflicht nachzukommen. Er ist dicht behaart und deckt so einige tausend mal im Jahr eine Frau. Er hat keine Erektionsprobleme, denn über die Jahre hat sich am Penis eine dicke Hornhaut gebildet, vergleichbar mit jener an den Fersen unserer Füße. Er steht daher von selbst und hat außen durch die permanente Feuchtigkeit bereits eine leicht schleimige Konsistenz. Der Pilzbefall an seinem Fortpflanzungsorgan wirkt erstaunlicherweise leicht desinfizierend und stellt für den ganzen Stamm eine Quelle der Gesundheit dar, da so ein kollektives Immunsystem entstand ist, das den Universalrüden als Schlüsselfigur fungieren lässt.
Der Universalrüde sitzt zumeist in der Höhle mit einem primitiven Vorbau aus Laub und Astwerk. Neben ihm brennt immer ein Feuer.
Im Winter geborene Nachkommen werden alle gegessen, jene, die das Glück haben, auf die Welt zu kommen, wenn es warm ist, bleiben am Leben, wenn sie weiblich sind.
Der Universalrüde duldet keine Nebenbuhler.
Er kann durch die Schwielen am Glied auch seiner Pflicht nachkommen, wenn er schläft ...
Mitarbeiter A schlägt angewidert die Zeitschrift zu und stellt sich zugleich vor, selbst ein Universalrüde zu sein. Doch er kommt nicht weit, denn schon läutet wiedermal das Telefon. Er geht hin, hebt den Hörer an und legt ihn gleich wieder in die Gabel. Dann packt er das Telefon, reißt das Kabel raus und versenkt es im Mülleimer.
Dann stell er sich wieder vor, der Universalrüde zu sein.