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Für Licht ins Dunkle, am 10.03.2008, um 09:07 Uhr.

Mitarbeiter A und die Burka

Es ist Fasching und Mitarbeiter A möchte sich nicht verkleiden. In der Firma wurde die letzten Tage darüber diskutiert, was wohl die lustigsten Verkleidungen seien. Sie kamen von der Verkleidung als Cowboy und Indianer bis hin zu diversen Tierarten und Berufsgruppen wie Richter, Polizisten oder Pfarrer dann schließlich zu religiösen Merkmalen. Rabbi, Bin Laden oder Nonnen.
Am wenigsten Arbeit würde ein Mönchskostüm machen. Einfach eine braune Kutte und ein fingerdickes Seil um die Wampe und vielleicht einen alten Schlüssel dranhängen, dann stünde dem Biergenuß nichts mehr im Wege.
Doch A hatte bei der Heimfahrt die Idee des Jahrhunderts und wusste, wie er sich noch viel effektvoller verkleiden könnte, ohne erkannt zu werden, ohne viel Aufwand und vor allem ohne dämliche Schminkerei.
Er kauft sich eine Schachtel Streichkäse und ein paar Semmeln und isst dies daheim mit seiner Familie auf. Dann nimmt er die runde Käseschachtel und klebt sie so zusammen, daß sie stabil einen offenen Zylinder ergeben.
Dann nimmt er die zwei alten knallblauen Leintücher, die nur einmal verwendet worden waren, da sie viel zu dünn waren, um einen angenehmen Schlaf darauf zu haben und zieht sich damit in seine Hobbywerkstatt zurück. Nach einer halben Stunde kommt er heraus und setzt sich wie gewohnt vor die Glotze.

Der Faschingsdienstag kommt und A reibt sich die Hände. Die Kollegen werden mich nicht erkennen und blöd schauen, denkt er sich. Wie gewohnt fährt er mit dem Auto zur Arbeitsstelle und stellt es auf seinem Parkplatz ab. Doch was ist das? Er ist um mindestens 3 Minuten zu früh dran! Das ist sehr ungewöhnlich. Er geht zum Kofferraum und öffnet diesen. Er entnimmt einem PLastiksack einen blauen, gefaltenen Stoff, das Laken, und zieht es auseinander. Es ist ein Zweiteiler. Er zieht nocheinmal an seiner Zigarette und entsorgt sie im Rigol der Tiefgarage. Dann schlüpft er elegnat in eines der Laken, indem er seinen Kopf durch ein Loch steckt und den Rest drüberfallen lässt.
Nun Nimmt er das andere, kleinere Teil mit der eingeklebten Käseschachtel und zieht es sich über den Kopf. Ein paar kurze Handgriffe, und das Teil sitzt perfekt. Nun ist er ganz in blauen Stoff gehüllt und hat einen Sehschlitz. Sein Kopf hat dank der Käseschachtel einen zylinderartigen Abschluß.
Es sieht tatsächlich aus, wie eine Burka.

Als er sich so in den Bürotrakt begibt, erntet er bereits einige verwunderliche Blicke. Innerlich grinsend betritt er das Büro und stellt seine Tasche ab, dann stellt er sich in den Gang und zieht einen Zettel aus der Tasche, faltet ihn auf und wartet. Auf dem Zettel steht:
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Guten Tag.
Bitte helfen Sie mir.
Ich muß Haus kaufen.
Mann hat ausgemacht.

Telefon 0664 1234567890
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Als die ersten beiden Kollegen kommen, ist der Chef bereits in seinem Büro. Verwundert fragen sie, was los sei. A hält ihnen wortlos den Zettel hin. Einer der Kollegen zückt das Mobiltelefon und tippt die Nummer ein.
"Das haben wir gleich."
Im Büro des Chefs läutet es.
"Hallo?"
"Ja hallo hier Immobilienfirma Kakerlag, sie sprechen mit Ingenieur Oberhuber, ihre Frau, oder eine ihrer Frauen steht hier bei uns und will ein Haus kaufen, das sie bestellt haben, könnten Sie mir sagen, um welches Objekt es sich handelt?"
Der Angerufene legt auf. Plötzlich geht die Tür vom Büro des Chefs auf und der Chef höchstpersönlich erscheint im Gang.
"Oberhuber! Wieso rufen sie mich an? Wo ist meine Frau?" fragt der Chef laut durch den Gang, auf sie zukommend.
"Wieso? Ich habe doch gar nicht mit ihnen telefoniert.
Sie hat mir diesen Zettel hier gegeben ... moment, wo ist er denn?"
A hat den Zettel bereits flink wieder in seiner Hosentasche versteckt und kann sich kaum mehr halten, weil er innerlich bereits brüllt vor lachen.

"Das ist nicht meine Frau!" brüllt der Chef.
"Ja, aber, diese Nummer am Zettel war offensichtlich ihre. Ich wusste gar nicht, daß sie da nochwas am laufen haben, Chef!" sagt Oberhuber belustigt.
Mitarbeiter A löst die Situation schließlich auf und erntet dabei den Respekt seiner Kollegen. Obwohl der Chef, anfangs nicht besonders angetan war, meint
er schließlich, daß dies genau die Art von Scherz wäre, die er lustig fände.

Allerdings musste er sich so als kleine Zugabe bereiterklären, in der Mittagspause in dieser Verkleidung für alle Kebap zu kaufen, am Stand um die Ecke. Und genau davor hat er nun etwas Angst.
Die Mittagspause rückt näher und A ist bereits sehr unruhig geworden. Er raucht eine Zigarette nach der anderen. Erfreulicherweise wurde das Brandalarmsystem nach dem jüngsten Vorfall in seinem Büro vorerst deaktiviert.
 Zum Inhalt - Bild:Totenkopf auf Buch