Die Seegurke setzt ihre Odysse unbeirrt fort, obwohl noch ein kleiner Krebs an einem ihrer Fäden hängt, der einfach nicht loslassen möchte.
Sie robbt über den Strand, unendlich langsam, mit etwas mehr als 2 Metern pro Stunde. Schließlich erreicht sie am Morgen des darauffolgenden Tages einen kleinen Busch, der das nahende Erdreich signalisiert. Sie hält in seinem Schatten den Tag über Rast und setzt ihre Reise bei Einbruch der Abenddämmerung fort.
Vorerst muß sie sich aus dem Sand, den der Wind angetragen hat befreien und kommt dann doch frei. Der Krebs liegt noch daneben und schläft. So macht sie sich ohne diesen Passagier auf den Weg und kann ihre Geschwindigkeit auf 2,418427 Meter pro Stunde erhöhen.
Im Morgengrauen erreicht sie eine schmale Straße, die neben Strand verläuft und trifft auf die ersten Menschen, die ihren Weg in die nahegelegene Stadt bestreiten, um auf dem Markt zu kaufen, verkaufen und zu tauschen.
Einer von diesen Menschen, er ist exakt 1,58 Meter groß und wiegt knappe 57 Kilogramm, nimmt sie schließlich mit, nachdem er seltsame Laute von sich gab, die ein weiterer, viel größerer Mensch teilweise erwiderte.
Mittlerweile war der Seegurke bereits als Auswirkung ihrer evolutionären Fähigkeiten ein Auge gewachsen. Einige ihrer Fäden hingen schlapp herunter, die restlichen waren noch durchaus in der Lage, kleine Bewegungen durchzuführen.
Der Mensch legte sie Seegurke in einen Korb zu anderen Dingen. Unter diesen Dingen erkannte die Seegurke schließlich ihre Nachbarin, die alte Seeschlange, die aber in Ermängelung aller Lebenszeichen nicht zu einem Gespräch bereit war.
Auf dem Markt herrschte ein reges Treiben. Es waren im Schnitt etwa 14 Menschen am Stand, wo die Seegurke lag und mit ihrem Auge die Menschen angaffte.
Nach einem kurzen Blitzlichtgewitter wurde sie von einer Gruppe kleinerer Menschen gekauft, die allesamt schwarze Haare hatten, und wanderte in eine Kühltasche, die innen total weiß war.
Der Seegurke war sehr kalt und die Blitzlicher hatten ihr im Auge wehgetan. Sie konnt nun kaum mehr etwas erkennen, zur wenige Lichtstrahlen fanden den Weg durch den groben Reißverschluß an der Oberseite und so lag sie dort un frohr.
Jedoch gab es in all der Kälte auch einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Gurke, denn die evolution war nun so richtig in Fahrt gekommen und allmählich wuchsen ihr feine kleine Haare. Sie hate bereits einen netten weißen Flaum auf ihrem Körper, als sie, das Auge stets auf den feinen Lichtstreifen vom Reißverschluß gerichtet, in einen leichten Schlaf verfiel.
Sie träumt vom Meer und von der alten Seeschlange, die ihr von einer ihrer Visionen erzählte.
Da soll es eine große Kugel geben, mit der Menschen ins Meer kamen und Licht in die Tiefe brächten. Ja, das kannte die Gurke bereits, Menschen im Meer. Die waren mindestens so plump, wie die Gurke an Land. Aber bald schon sollte sich das ändern, denn sie hatte vor, das Land zu erobern.
Und so lauschte sie weiter der Erzählung von der Vision der alten Seeschlange im Traum.
Diese erzählte von Israel, einem Land, in der einer ihrer Vorfahren einst an einem Baum gewachsen sei, bis ein Mensch gekommen sei, der ihr Leben eingegeflößt hatte. Nun, ihre Vorfahren haben sich großteils ins Meer geflüchtet, da viele Menschen Angst vor ihnen gehabt haben, was aus jenen geworden ist, die an Land blieben, war ungewiss, bis ihr eine Landschlange in der Vision erzählt habe, daß die Eroberung der Menschenwelt durch sie selbst bevorstünde. Dazu sollten sich alle Kriecher an Land zusammenfinden um sich im Vorhinein die Ländereien unter sich aufzuteilen.
Ja, die Gurke träumte so dahin, als plötzlich "RATSCH!" der Reißverschluß geöffnet wurde.
Grelles Licht trat herein und ein Mensch ergriff vorsichtig die Seegurke und hob sie raus aus der Kühltasche. Doch kaum war sie gänzlich im Licht, stieß der Mensch ein lautes Geräusch aus und die Seegurke fiel zu Boden. Sie hatte nun über und über weiße Haare, etwa 10 Zentimeter lang und mit ihrem Auge lugte sie verschlafen hervor.
Es wurde still, als der Mensch davontrampelte und schließlich machte sich die Seegurke auf, die Umgebung zu erkunden. Sie konnte nun bereits viel schneller robben, nein es war bereits ein sehr elegantes Kriechen daraus geworden. Dazu hatten sich an ihrer Unterseite kleine Noppen gebildet, mit der sie sich an kleinsten Unebenheiten festhalten konnte.
Doch sie kam nicht weit, denn die Menschen kamen in einer großen Anzahl zurück und rotteten sich um sie zusammen. Sie tuschelten untereinander und hielten etwa 2 Meter Abstand.
Fortsetzung folgt ...